Anmeldungsdatum: 28.09.2019 Beiträge: 4436 Wohnort: München
Verfasst am: Mi 10. Jun. 2020 21:57 Titel:
Christina und Giovanni
"Rate mal, wo ich bin?" fragt Christina ihren ehemaligen Tanzpartner am Telefon.
"Schon in Spanien?"
"Nein. In der Allianzarena. Beim Pokalhalbfinale Eintracht Frankfurt gegen den FC Bayern. Ich durfte zum Geisterspiel." antwortet Christina.
"Du kommst auch wirklich überall hin." lacht Giovanni.
"Nach Spanien komme ich aber noch nicht. Da sind die Grenzen noch bis 1. Juli zu."
"Und wie war das Spiel?" fragt der Sänger.
"Also die Atmosphäre in einem fast leeren Stadion ist wirklich seltsam. Muss man mal erlebt haben." berichtet Christina.
"Das kann ich mir vorstellen."
"Jedenfalls steht Bayern am 4.Juli im Finale.
Wie schon am vergangenen Bundesliga-Spieltag in Leverkusen bezog der FC Bayern Stellung gegen jegliche Form von Rassismus, Diskriminierung, Intoleranz und Gewalt. „Rot gegen Rassismus“ und #Blacklivesmatter lautet die Botschaft an der Bande.
Serge Gnabry fiel mit einer Rückenprellung aus, für ihn rückte Ivan Perišić ins Team.
Der erste Eckball der Partie brachte beinahe die Münchner Führung! Einen Kopfball von Thomas Müller kratzte Frankfurts Dominik Kohr gerade noch von der Linie. Kurz darauf verpasste Robert Lewandowski am Fünf-Meter-Raum nur haarscharf eine flache Hereingabe von Perišić.
Wenig später war es dann soweit. Perišić köpfte die Bayern in der 14. Minute in Führung.
Zunächst hatte Frankfurts Martin Hinteregger einen Vorstoß von Lewandowski per Grätsche stoppen können. Doch der Ball landete direkt bei Thomas Müller, der die Kugel direkt mit Gefühl in den Lauf des Kroaten chippte. Der ließ sich nicht zwei Mal bitten und traf mit einem sehenswerten Flugkopfball zum 1:0.
Mit einem öffnenden Pass schickte Perišić Alphonso Davies auf der linken Seite in die Gasse. Der hängte seine Gegenspieler ab und flankte auf den zweiten Pfosten, wo Kingsley Coman völlig freistehend wartete, das Tor aber knapp verfehlte. Auch in der Folge gelang den Bayern trotz klarer Überlegenheit kein Treffer mehr, womit es mit der hochverdienten, aber knappen 1:0-Halbzeit-Führung in die Pause ging.
Auch nach dem Seitenwechsel waren die Bayern spielbestimmend, klare Torchancen blieben aber zunächst auf beiden Seiten aus. Die Gäste fanden besser in die Partie und konnten die Münchner zunächst vom eigenen Tor weghalten. Den ersten Torschuss in der zweiten Hälfte gab Joshua Kimmich ab, letztlich war der Versuch aber kein Problem für Keeper Kevin Trapp.
Knapp 20 Minuten vor Ende der regulären Spielzeit wurden die Bayern dafür bestraft, kein weiteres Tor nachgelegt zu haben. Wie aus dem Nichts kammen die Hessen durch den eingewechselten Danny Da Costa zum Ausgleichstreffer. Nach einer abgefälschten Flanke landete der Ball vor den Füßen des Frankfurter Spielers, der Manuel Neuer dann keine Chance ließ.
Die Bayern zeigten sich nicht geschockt und gingen nur fünf Minuten später durch Robert Lewandowski erneut in Führung. Davies brachte den Ball im Fallen in die Mitte, von wo er von Kimmich auf Robert weitergeleitet wurde.
Der Angreifer netzte ebenfalls im Fallen ein, zunächst entschied Schiedsrichter Marco Fritz aber auf Abseits. Nach Überprüfung des Video-Assistenten zählte der Treffer aber zurecht."
"Danke! Fährst Du auch zum Finale?"
"Das weiß ich noch nicht."
"Wenn wieder mehr Zuschauer erlaubt sind, kommen Jana Ina und ich auch mal mit."
"Das wird leider noch eine Weile dauern." bedauert Christina.
Anmeldungsdatum: 28.09.2019 Beiträge: 4436 Wohnort: München
Verfasst am: Do 11. Jun. 2020 5:42 Titel:
11.Juni
Regina:"Glückwunsch zum Finale 🙂"
Lisa:"Danke!"
Sara:"Felicidades!"
Julia:"Gracias 😁"
Aline:"Wie sieht jetzt der Wahlkalender aus?"
Sara:"Die Abstimmung zur Wahl der 140 Vertreter der Generalversammlung findet am 20. Juli statt.
Die Kandidaten für das Präsidentenamt haben bis zum 4. August oder 4. September Zeit, ihre Kandidaturen vorzulegen. Letzteres Datum gilt, wenn die Wahl aus nicht absehbaren Gründen auf den 17.September verlegt wird.
Im Normalfall findet die Wahl des RFEF-Präsidenten am 17.August statt."
Pilar:"Im Moment ist natürlich alles noch ziemlich schwierig wegen des Alarmzustandes. Der endet am 21.Juni."
Oana:"Am 22.Juni hat Isabel Geburtstag. Fiel mir grad ein."
Anmeldungsdatum: 28.09.2019 Beiträge: 4436 Wohnort: München
Verfasst am: Do 11. Jun. 2020 13:55 Titel:
Lina:"Joshua bekommt nächstes Jahr zur EM eine Wachsfigur bei Tussauds in Berlin 😇"
Barbara:"Cool 😁"
Svenja:"Oliver steht da auch."
Sara:"Die Alhambra in Granada ist ab 17.6. wieder auf.
Da können wir mit unseren Gästen mal hin."
Christina:"Au ja 🙂"
Anmeldungsdatum: 28.09.2019 Beiträge: 4436 Wohnort: München
Verfasst am: Do 11. Jun. 2020 16:48 Titel:
Pilar:"Das könnten wir am 10.Juli machen."
Christina:"Gute Idee. Einen Tag vor dem Treffen."
Sara:"Die Alhambra in Granada auf dem Sabikah-Hügel ist die berühmteste Sehenswürdigkeit in Andalusien.
Sie gehört seit 1984 zum UNESCO Weltkulturerbe und ist das meistbesuchte Monument in Spanien.
Jedes Jahr besuchen mehr als 2 Millionen Menschen die Alhambra.
Die Kala al hambra ist bis in unsere Zeit erhalten geblieben und gilt als Höhepunkt islamischer Baukunst. 250 Jahre residierten hier die Nasridenkönige, ehe sie die Alhambra im Zuge der christlichen Rückeroberung an die Katholischen Könige übergeben mussten."
Pilar:" Der Bau der Alhambra begann im 9. Jahrhundert, ein großer Teil der Anlage wurde allerdings erst im 14. Jahrhundert von den Nasridenkönigen Yusuf I. und Muhammad V. errichtet. Zuerst diente sie als Wach- und Aussichtspunkt, später wurde sie in eine Palastanlage umgewandelt.
In den Palästen, Türmen und Mauern sowie Gärten der Alhambra bekommen Besucher einen Eindruck längst vergangenger Zeiten mit all ihren Geschichten und Legenden."
Sara:" Die Alhambra besteht aus drei Teilen: Der Zitadelle, den Palästen der Nasriden und den vorgelagerten Gärten.
Zu den wichtigsten Palästen gehören der Palast des Mexuar und der Palast von Comares mit dem Myrtenhof und dem Saal der Gesandten. Der wohl bekannteste Ort in der Alhambra ist der Löwenhof. Er ist nach den zwölf Löwen benannt, die den Brunnen in der Hofmitte umgeben.
Nach der Eroberung durch die Spanier ließ Karl V. den Bau eines Renaissance-Palastes auf dem Terrain der Alhambra beginnen, der jedoch nie fertiggestellt wurde. Heute ist dort das Museum der Schönen Künste und das Museum für Muslimische Kunst untergebracht.
Die Gärten und Bauten der islamischen Herrscher aber gelten als schönste Zeugnisse der maurischen Baukunst in Europa. Schlanke Säulen, durchbrochene Formen und phantasievolle Stuckverzierungen prägen die Bauten, harmonische Pflanzungen und Wasserspiele die Gärten. Der Spaziergang durch die Anlagen der Alhambra ist wie ein Märchen aus 1001 Nacht."
Julia:" Und dann fliegt wieder jemand durch ein Zeitloch.
Die Alhambra bietet sich nahezu an."
Aline:" Aber Laura Jane wohnt da sicher nicht.
Die findet ihr doch in Wales."
Anmeldungsdatum: 28.09.2019 Beiträge: 4436 Wohnort: München
Verfasst am: Do 11. Jun. 2020 16:58 Titel:
Rebecca:"Wir kommen dann wann?"
Pilar:"Am 9.Juli."
Sara:"Am Sonntag, den 12. Juli könnt ihr als VIPs zum Spiel von Madrid in Granada."
Christina:"Wir haben schon einen Reiseplan 😇"
Pilar:"Klar. Am 11. Juli ist dann das Réunion Treffen."
Anmeldungsdatum: 28.09.2019 Beiträge: 4436 Wohnort: München
Verfasst am: Do 11. Jun. 2020 17:10 Titel:
Aline:"Gibt es dann wieder" Masked Singer"?"
Pilar:" Wollt ihr das schon wieder 😅"
Sara:" Dazu muss uns erst mal jemand einfallen 🤔"
Christina:" Und nicht Shakira 🤭"
Pilar:" Das wäre dann auch zu leicht."
Anmeldungsdatum: 28.09.2019 Beiträge: 4436 Wohnort: München
Verfasst am: Do 11. Jun. 2020 18:39 Titel:
Sara:"Wer gewann 2010 Let's Dance?"
Rebecca:"Massimo 😇 mit der doofen Sophia."
Julia:"Die ist echt doof mit ihren Aussagen."
Pilar:"Sergio will kein Masked Singer am 11.Juli 😅"
Julia:"Nimm halt ACDC 😂 dann will er das."
Pilar:"Nein 🤭"
Christina:"Wir können ja auch was anderes machen."
Lisa:"Morgen kommt das Album von Marie Reim."
Rückblende, Sonntag, 17. 05., spaeter Nachmittag im suedoestlichen Berliner Stadtteil Koepenick, Stadion an der Alten Foersterei. Aufsteiger 1. FC Union empfängt Bayern Muenchen zum 1. Bundesligaspiel nach 2monatiger Pause. Seit gestern wird die Bundesligasaison nämlich fortgesetzt - in Form von Geisterspielen. Bereits gestern Nachmittag - nach dem Abschlusstraining auf dem FC-Bayern-Campus, das sowohl Aufwaerm- und Passuebungen als auch Spiel- und Taktikformen beinhaltete - machten sich 2 Mannschaftsbusse auf den Weg in die Hauptstadt. 2, damit die Abstandsregeln auch waehrend der Fahrt eingehalten werden konnten. Ebenfalls vorschriftsgemaess stiegen Spieler und Crew, am Ziel angekommen, mit Schutzmasken aus den Bussen.
Fuer alle Beteiligten stellt die fehlende Zuschauerkulisse eine ungewohnte Herausforderung dar. Bei beiden Vereinen ist üblicherweise die lautstarke Unterstützung durch die Fans - zu denen auch die PartnerInnen der Kicker zaehlen - an der Tagesordnung. Doch im Moment ist die Fussballszene so wie das gesamte Leben weit von der Normalität entfernt. Denn nicht nur die Raenge auf den Tribünen werden leer bleiben. Es wird diesmal auch kein Rahmenprogramm geben. Nach dem Spiel wird das Team nach Hause zurueckfahren. Berliner Restaurants und Cafes duerfen seit Freitag zwar wieder ihre Aussenbereiche fuer Gaeste oeffnen, jedoch nur unter strengen Sicherheitsbedingungen. Auch Stadtspaziergaenge in Gruppen sind tabu; der Senat erlaubt diese nur, wenn die Personen zum gleichen Haushalt gehoeren. Die Spieler der beiden Clubs machen aus der Not eine Tugend und finden sich paarweise zusammen, um sich vor dem Match ueber den Gastgeberverein, die Spielstaette und die gegenwärtige Ausnahmesituation auszutauschen - natuerlich mit dem gebotenen Abstand zueinander.
Rafal Gikiewicz und Thomas Müller
"Das hast Du super auf den Punkt gebracht, Thomas", lobt Unions Keeper Rafal den Muenchener. "So, wie Du es der Presse geschildert hast: 'Die Gefühle, die sich beim Training entwickeln...', hilf mir mal bitte, wie ging es weiter?" "... zeigen unsere Gier nach regelmäßigen Wettkämpfen", vervollständigt Thomas lächelnd. "Danke", Rafal nickt ihm zu. "Was ich mir aber gemerkt habe", ergänzt er, "Du hoffst auf Abwechslung in den Wohnzimmern und erfreulichere Gespraechsthemen unter den Menschen. Das sehnen wir uns sicher alle herbei." "Ja! Schade, dass bei uns Philippe Coutinho, Corentin Tolisso und Niklas Suele fehlen. Javi Martinez hat Muskelprobleme und kann deshalb nur das Lauftraining absolvieren." "Das ist echt bitter", stimmt Rafal zu. Anschließend informiert er den Bayernspieler: "Unser Innenverteidiger Marvin Friedrich ist wegen einer Gelben Karte gesperrt. Zudem muessen wir heute auf unseren Chefcoach Urs Fischer verzichten. Dieser reiste aus dem Quarantaene-Trainingslager in Barsinghausen wegen eines Trauerfalls zu seiner Familie in die Schweiz." "Mein Mitgefühl", Thomas sieht Rafal erschrocken an. "Danke. - Nun benötigt er noch 2 negative Tests, um wieder eingesetzt werden zu können. Urs Fischer wird durch unseren Co-Trainer Markus Hoffmann vertreten, dem wiederum Sebastian Boenig assistiert", erläutert Rafal. "Das ist gestern auf unserer Pressekonferenz bekanntgegeben worden, die selbstverständlich in virtueller Form ueber die Bühne ging." "Wird Euer Cheftrainer heute zugeschaltet sein?" erkundigt sich Thomas. "Leider nicht", Rafal schüttelt den Kopf, "allerdings hat er in der Woche regelmäßig mit Markus und Sebastian online kommuniziert." "Dann sollte ja alles glattgehen", resümiert Thomas aufmunternd. "Denke ich auch", meint Rafal, "und wir hoffen, dass der Chefcoach ab Dienstag wieder das Training leiten und Freitag - wenn wir im Olympiastadion gegen Hertha BSC antreten - mit am Start sein kann."
Keven Schlotterbeck und Ivan Perisic
"Die Alte Försterei ist abgeriegelt", beschreibt Keven die aktuelle Lage, "damit Fanansammlungen vermieden werden." "Die sind ja ohnehin nicht gestattet", gibt Ivan zu bedenken, "dennoch waren ungefähr 50 Leute da, als unsere Busse gestern am Stadion eintrafen. Doch die Polizei forderte die Personen dazu auf, das Gelände zu verlassen, und die Versammlung konnte aufgelöst werden." "Alles rund um das Spiel wird komplett anders ablaufen, als wir es kennen", kündigt Keven an. "Darueber wurde bereits auf der Online-Pressekonferenz gestern, aber auch schon davor gesprochen. Beim Einlaufen unserer Elf wird die Vereinshymne eingespielt." " 'Eisern Union' von Nina Hagen", weiß Ivan. "Genau", bestaetigt Keven.
"Das wird aber so ziemlich die einzige Gemeinsamkeit mit Spielen unter Normalbedingungen sein. Einlaufkinder wie sonst wird es beispielsweise gemaess dem DFL-Konzept nicht geben. Weder die Mannschaftsaufstellungen noch moegliche Torschützen werden angesagt. Ueberhaupt wird kein Stadionsprecher zu hoeren sein." "Zaunfahnen und Transparente auf den Rängen wird man ebenso vergeblich suchen", fuegt Ivan hinzu, "auf diesen Punkt wurden wir Freitag beim Cyber-Pressetalk vorbereitet. Aber im Fernsehen uebertragen wird die Begegnung - wenn auch nur auf Sky und nicht im Free-TV. Und bei Sky Go laesst sich das Spiel per Livestream verfolgen." "Stimmt. - Die Ersatzspieler werden statt auf der Auswechselbank auf der Tribüne sitzen. So ist es einfacher, den Sicherheitsabstand einzuhalten", weist Keven auf eine weitere Änderung hin.
Florian Huebner und Thiago Alcantara
"Einfach wird das Spiel weder fuer Euch noch fuer uns", schätzt Thiago ein. "Das ist richtig", bekräftigt Florian. "Aber - um mal unseren Assistenztrainer Markus Hoffmann aus dem Gedächtnis zu zitieren - wir sollten uns auf unsere eigene Leistung konzentrieren und uns keine Gedanken ueber den Gegner machen." "Und unser Coach Hansi Flick hat Freitag betont, dass Ihr eine Klasse Mentalität habt", legt Thiago dar. "Wirklich?" staunt Florian. "Yes", der Bayernkicker nickt. "Er hat Euch - wenn ich das korrekt behalten habe - als aggressive Mannschaft charakterisiert, die geradlinig mit Zug zum Tor spiele." Florian lacht: " Aggressiv mag anschaulich übertrieben sein. Doch fuer kämpferisch halte ich uns schon." "So wird er es bestimmt auch gemeint haben", lenkt Thiago ein, "jedenfalls ermunterte er uns noch, selbst Mentalität einzubringen und Zweikämpfe anzunehmen. Karl-Heinz Rummenigge, unser Vorstandsvorsitzender, hat vorgestern darueber hinaus Kritik am DFB geübt. Noch immer staenden keine Termine fuer die Fortsetzung der 3. Liga und der Frauenliga fest. Darueber sollte man sich endlich einig werden! - Weißt Du eigentlich, wie oft Euer und unser Team bisher aufeinandergetroffen sind?" versucht der Mittelfeldspieler, Florian zu testen. Dieser hat die Antwort sofort parat:" Zweimal! 2009 bei einem Freundschaftsspiel. Sowie letztes Jahr, da waren wir bereits Bundesligist", zeigt sich der Unioner bestens informiert. "Super!" erkennt Thiago an. Dann huscht ein schelmisches Grinsen ueber sein Gesicht: "Und wer hat gewonnen?" "Beide Male Ihr", muss Florian eingestehen. "Nur wer sagt, dass es beim drittenmal genauso ausgeht?" kann auch er sich eine kleine Spitze nicht verkneifen. Um das Gespräch in eine etwas unverfaenglichere Richtung zu steuern, fragt Thiago: "In welcher Spielkleidung lauft Ihr heute ein?" "In Rot, wie traditionell zu Hause", gibt Florian Auskunft. "Wir in Weiß", kommt es von Thiago.
Julian Ryerson und Kingsley Coman
"Heute steht jemand auf dem Spielfeld, der sowohl zu Union als auch zu uns einen Bezug hat", grinst Kingsley. "Das ist richtig", meint Julian und nennt auch gleich die Loesung: "Felix Kroos, der 14 Monate jüngere Bruder von Toni Kroos. Beide wurden in Greifswald in Mecklenburg-Vorpommern geboren. Sie sind die Söhne der Badminton-DDR-Meisterin Birgit Kroos, die frueher Kaemmer hieß, und des ehemaligen Kickers sowie späteren Fussballjugendtrainers Roland Kroos." Ja", strahlt Kingsley, und beide Brüder begannen bereits 1997, im Verein Fussball zu spielen - also Toni mit 7, Felix mit 6. Ihr Club war der Greifswalder SC. 2002 wechselten sie zu Hansa Rostock. Bei beiden Vereinen wurden sie teils von ihrem Vater trainiert." Julian setzt fort: "Felix gehoerte 2006 erstmals einer Nationalmannschaft, der U 16, an. Da spielte Toni schon bei Euch." "Als drittbester Nachwuchsspieler der U 18 wurde Felix 2009 mit der Fritz-Walter-Medaille in Bronze ausgezeichnet", wirft Kingsley ein. "2010 verließ er die Hansakogge und unterschrieb beim Bundesligisten Werder Bremen. Mit letzterem jedoch bestritt er in der U-21-Nationalmannschaft nur ein einziges Spiel. Seit 2016 steht er bei Union unter Vertrag." "Du kennst Dich ja prima mit Felix aus", stellt Julian erfreut fest. Natuerlich will er seinem Muenchener Gesprächspartner in nichts nachstehen. So zaehlt er auf, was ihm zu Toni einfällt: "2007 spielte Felix' großer Bruder erstmals fuer die Bundesliga. Damals war er der Juengste, der in der hoechsten Spielklasse fuer die Bayern auflief. Diesen Rekord unterbot 2010 David Alaba, der heute auch mitspielt. Anfang 2009 wurde Toni fuer anderthalb Jahre an Bayer Leverkusen ausgeliehen, kehrte 2010 /11 jedoch wieder nach Muenchen zurueck. Bis 2014 blieb er bei Eurem Verein, und zur Saison 2014/15 unterzeichnete er einen 6-Jahres-Vertrag mit Real Madrid, den er vorzeitig bis 2022 verlängerte."" "Siehst Du, Du weißt eine Menge ueber Toni", lobt Kingsley. "Ergaenzen ließe sich noch, dass er an bisher 3 Weltmeisterschaften teilnahm: 2010, 2014 und 2018. Durch den Titelgewinn vor 6 Jahren in Brasilien wurde er der bisher einzige Fussballweitmeister, der in der DDR geboren ist." "Und nun lass uns hoffen, dass die Befürchtung, die Euer Leon geäußert hat, nicht wahr wird", beschwoert Julian. "Die, dass sich jemand auf dem Platz infizieren koennte, weil eine Annäherung bis auf wenige Zentimeter nicht zu vermeiden sei? Also das darf auf keinen Fall passieren! Leon unterstrich ja auch, dass alles getan werde, um eine Ansteckung zu verhindern", betont Kingsley.
Neven Subotic und Joshua Kimmich
Eine kurze gedankliche Reise in die Vergangenheit unternehmen der Union- und der Bayernspieler. "Fast auf den Tag genau vor 100 Jahren, am 16. Mai 1920, waren die Vereinigten Sportfreunde Breslau beim Vorgänger unseres Clubs, dem SC Union Oberschoeneweide, zu Gast. Fuer diesen war es das erste Spiel um die Deutsche Meisterschaft." "Nanu", wundert sich Joshua, "Breslau ist doch Wroclaw, und das gehoert zu Polen?!" "Damals war es Hauptstadt der deutschen Provinz Niederschlesien", erläutert Neven. "Mit dem Potsdamer Abkommen 1945 kam die Stadt unter polnische Verwaltung. Die DDR erkannte die Grenze zu Polen bereits 1950 als Staatsgrenze an. Aus BRD-Sicht stellte sie zwar de facto, jedoch nicht völkerrechtlich eine solche dar. Der letztere Status wurde ihr erst 1991 durch den 2+4-Vertrag zuerkannt." "Und wie endete das Spiel?" möchte Joshua wissen. "Union Oberschoeneweide verlor 2:3", entgegnet Neven. "Schade", findet Joshua. "Allerdings", pflichtet ihm Neven bei und ergänzt: "Zum Deutschen Meister 1920 wurde uebrigens der 1. FC Nürnberg gekürt. Immerhin erkämpfte sich Union 1923 den Titel des Deutschen Vizemeisters." "Das ist doch auch nicht übel", urteilt Joshua. "Aber natuerlich mit einer Meisterschaft nicht zu vergleichen", unterstreicht Neven. "Seit wann gibt es denn den 1. FC Union Berlin unter seinem jetzigen Namen?" erkundigt sich Joshua. "Seit 1966", erwidert Neven. "Heute gehoert er zu den 15 mitgliederstaerksten Vereinen in Deutschland. Unter Berlins Nur-Fussball-Vereinen - Hertha BSC ist keiner, die besitzen beispielsweise auch eine Box-, eine Tischtennis - und eine Kegelabteilung - stellt er ebenfalls die höchste Mitgliederzahl." "Was waren denn Eure groessten Erfolge bisher?" fragt Joshua. "Darunter faellt eindeutig 1968 der Gewinn des FDGB-Pokals", ist Neven mit der Antwort zur Stelle. "Diesen Namen trug der nationale Fußballpokalwettbewerb in der DDR. Dabei stand FDGB fuer den Freien Deutschen Gewerkschaftsbund, die Einheitsgewerkschaft, die den Wettkampf ausschrieb." "Damals war an uns beide noch lange nicht zu denken", schmunzelt Joshua. "Stimmt", meint Neven, "aber 2001," als Union ins Endspiel des DFB-Pokals vorstiess und sich auf diese Weise für den UEFA-Pokal qualifizierte, gab es Dich und mich bereits. Nach 10 Jahren in der 2. Bundesliga stiegen wir zum Ende der Saison 2018 /19 in die 1. auf." Im naechsten Augenblick ist der Berliner wieder in der Gegenwart angekommen, denn aufgebracht stößt er hervor: "Ich wünsche mir, dass mehr Spieler ihr Verhalten hinterfragen." Offensichtlich spielt er damit auf die Verfehlungen mehrerer Kollegen - nicht nur solcher aus den eigenen Reihen - im Umgang mit dem Virus an.
Grischa Proemel und Jerome Boateng
"Grischa, wie kam es ueberhaupt zum Motto 'Eisern Union' und zu Eurem Spitznamen 'Die Eisernen'?" wird der Mittelfeldspieler der gastgebenden Mannschaft von Jerome gefragt. "Die Ursprünge unseres Clubs liegen im SC Union Oberschoeneweide, in dem hauptsächlich Menschen aus der arbeitenden Bevölkerung ihrer sportlichen Lieblingsbeschäftigung froenten", erwidert sein Gegenüber und fährt fort: "In Koepenick war vor allem die metallverarbeitende Industrie beheimatet. Wer daraus zuerst den 'eisernen' Slogan ableitete, laesst sich heute nicht mehr genau zurückverfolgen. Eine Vereinslegende besagt jedoch, er sei erstmals Mitte der 20er Jahre als Anfeuerungsruf waehrend eines Spiels gegen den Lokalrivalen Hertha zu hoeren gewesen. In jener Zeit - und das ist keine Legende - trugen die Spieler uebrigens blaue Spielkleidung, durch die sich nicht wenige an die Farbe von Arbeitskitteln erinnert fuehlten. Dies brachte ihnen, zusammen mit ihrer überwiegenden Herkunft aus der Arbeiterklasse, den Beinamen 'Schlosserjungs' ein." "Und wann wechselte der Club zu seinen heutigen Farben Rot und Weiß?" erkundigt sich Jerome. "Anfang der 50er Jahre", erklärt Grischa, "Inzwischen nannte er sich BSG Motor Oberschoeneweide. Die Abkürzung bedeutet Betriebssportgemeinschaft. Denn 'Motor' war dem Transformatorenwerk 'Karl Liebknecht', kurz TRO, angegliedert, das mittlerweile nicht mehr existiert." "Danke", sagt Jerome, "fuer den interessanten Einblick in die Geschichte Eurer Vorlaeufervereine." "Gern geschehen", laechelt Grischa. "Und jetzt bin ich gespannt aufs Match. Lange dauert es ja nicht mehr bis zum Anpfiff. Es wird auf jeden Fall sehr speziell. Klar ist, dass wir alle lieber vor vollem Haus gespielt haetten. Aber wir sind heiß darauf, dass es nun endlich wieder losgeht."
Anthony Ujah und Mickael Cuisance
" Habt Ihr ein Frauenteam? " moechte Mickael wissen." Ja", gibt Anthony Auskunft. "Wir waren sogar einer der ersten Vereine der DDR mit kickenden Damen. Bereits 1968 formierte sich ein Team. Das bestand interessanterweise vorwiegend aus angehenden Lehrerinnen. 1970 beschloss der DDR-Fußballverband, den Frauenfussball dem Volkssportbereich anzugliedern. Union aber war Leistungssportklub. Einem solchen war es untersagt, eine Freizeitmannschaft zu unterhalten. Also mussten sich die Fussball-Ladies nach einem neuen Club umsehen. Den fanden sie in der Betriebssportgemeinschaft des Kabelwerks Oberspree. Erst 1990 kehrten die Damen zurueck zu den 'Eisernen' . Derzeit spielen sie in der Regionalliga Nordost, wo sie 2018 /19 Meisterinnen wurden. "Alle Achtung", erkennt Mickael an. "Ach ja, ich habe mal gehoert, dass Ihr eine Stiftung gegründet habt", faellt es ihm noch ein. "Wofuer engagiert sich diese?" "'Union vereint. Schulter an Schulter' organisiert beispielsweise Fussballcamps sowie Projekttage und - wochen fuer Kinder und Jugendliche. Weiterhin setzt sich die Stiftung im Rahmen verschiedener Aktionen fuer Integration und gegen Rassismus ein. Auch Umweltschutz und Gesundheitsfoerderung zaehlen zu den Schwerpunkten ihrer Arbeit", erläutert Anthony. "Das klingt gut", lobt Mickael.
Marcus Ingvartsen und Serge Gnabry
"Das 'Stadion an der Alten Försterei' ist unsere Heimspielstaette und war auch die unserer Vorgaengervereine", leitet Marcus seine Erklärungen zum Schauplatz des bald beginnenden Spiels ein. "Es fasst bei Bundesliga-Begegnungen etwa 22.000 Zuschauerinnen und Zuschauer und ist damit das größte reine Fussballstadion in Berlin. 1920 eroeffnet, trug es zunaechst den Namen Sadowa-Sportplatz - nach einer Ausflugsgaststaette in der Naehe. Diese hatte ihren Namen makabrerweise als Erinnerung an eine Schlacht aus dem Jahr 1866 gewählt." "Also ueber manche Namensentscheidungen kann man wirklich nur den Kopf schütteln ", stoehnt Serge verstaendnislos. "Du sagst es", stimmt ihm Marcus zu. "Der heutige S-Bahnhof Wuhlheide hieß bis 1929 ebenfalls Sadowa", erzaehlt er weiter. "Neben dem Sportplatz stand ein Forsthaus namens Alte Foersterei. Im Lauf der Zeit buergerte sich die Bezeichnung 'Stadion an der Alten Foersterei' fuer den erstgenannten ein und wurde schließlich zum offiziellen Namen. Oft wird dieser zu 'Alte Foersterei' oder schlicht 'AF' verkürzt.
Das Stadion war zu DDR-Zeiten Volkseigentum. Nach 1989 ging es in den Besitz des Berliner Senats ueber. Bisher wurde es dreimal umfassend renoviert: 1952 - 55, 1979/83 sowie 2008/09. Mit der bislang letzten Renovierung war auch ein Ausbau verbunden. Unionfans beteiligten sich damals an einem Teil der Arbeiten freiwillig. "Echt stark", würdigt Serge das Engagement der Eisernen-Gemeinde. "Finde ich auch", pflichtet Marcus ihm bei. "Inzwischen sind alle 4 Tribünen ueberdacht: die Haupttribuene einschließlich des Logenbereichs auf der Westseite, die östlich liegende Gegengerade sowie Waldseite im Norden und Wuhleseite im Süden. Die 3 letzteren sind ausschließlich mit Stehplätzen ausgestattet. Vor den Neubauplanungen fuer die Jahre ab 2008 riefen Fans und Freunde bereits 2005 die Initiative 'Stadiongruender' ins Leben", berichtet er. "Was hat es damit auf sich?" moechte Serge wissen. "Die Aktion gibt Menschen, denen der Club am Herzen liegt, die Moeglichkeit, sich am Stadionausbau finanziell zu beteiligen", fuehrt Marcus aus. "Sie erwerben sogenannte Gruendersteine und stellen Union auf diesem Weg finanzielle Mittel zur Verfügung. Als Dankeschön werden die Steine - auf Wunsch mit den Namen der einzelnen Spenderinnen und Spender versehen - im Zuschauertunnel, dem Tunnel of fame, angebracht. "Klasse Idee", findet Serge.
Sebastian Andersson und Robert Lewandowski
"Fuer Eure Fans stellt Ihr ja einiges auf die Beine", zeigt sich Robert begeistert, "ein wenig hab ich mich darueber bereits im Netz schlau gemacht. Euer Weihnachtssingen zum Beispiel ist zu einer wunderbaren Tradition geworden und mittlerweile von anderen Clubs übernommen worden - auch vom FCB." "Das freut mich ja, dass Ihr ebenfalls eine solche Veranstaltung habt! Ueber unsere schrieb die FAZ mal, an der Alten Försterei versammle sich jedes Jahr am 23. Dezember der 'inzwischen berühmteste Weihnachtschor Deutschlands'", zitiert Sebastian nicht ohne Stolz." Dabei begann 2003 alles im geheimen mit gerade einmal 89 Teilnehmenden", schmunzelt er. "Doch rasch entwickelte sich das Weihnachtssingen zu einem Grossevent, fuer das seit 2012 auch der Innenraum des Stadions genutzt wird." "Kostet das Spektakel Eintritt?" moechte Robert wissen. "Seit 2014 ja - wegen der hohen Nachfrage und der im Vergleich dazu geringen Platzzahl", gibt Sebastian Auskunft. "Anfangs kam man jedoch gratis rein. Der Erloes aus dem Kartenverkauf wird in die Jugendarbeit des Clubs investiert. Der Schulchor eines Köpenicker Gymnasiums unterstützt die sangesfreudigen Fans, und ein Pfarrer liest die Weihnachtsgeschichte." "Das ist ja cool", staunt Robert. "Danke! - Im Sommer 2014 sorgte eine ungewöhnliche Aktion auch international fuer Schlagzeilen - das WM-Wohnzimmer", spricht Sebastian ein weiteres Thema an. "Ich erinnere mich", Robert kommt das Stichwort vertraut vor. "Das war so ein Fanfest, stimmts?" vergewissert er sich bei Sebastian. "Da durfte man die eigene Couch ins Stadion mitbringen und mit anderen Fussballbegeisterten die WM in Brasilien verfolgen, deren Spiele ueber eine Videowand flimmerten." "Ganz genau so war es", bestaetigt der Unioner und lacht. "Die Fans bewiesen enormen Einfallsreichtum. Manche schleppten ihr Sofa kilometerweit durch die Stadt. Andere versuchten sogar, das gute Stück in die Straßenbahn zu bekommen. Oder es wurden Transportfirmen eingespannt. Sponsoren stellten wetterfeste Ueberzuege fuer die Sitzmoebel zur Verfügung oder auch Lampen. Das 'Wohnzimmer' wurde im Stadioninnenraum eingerichtet, und der Eintritt war frei", entsinnt sich Sebastian. "Organisator des Ganzen war der Eventmanager Gerald Ponesky, ein Sohn des inzwischen verstorbenen Spielshowmoderators und - erfinders Hans-Georg Ponesky."
Nur noch wenige Minuten bis zum Spielbeginn, gleich laufen die Mannschaften ein. Und alle sind gespannt darauf, wie das erste Spiel ohne Publikum wohl ausgehen wird.
(Hier schließt sich Dein Spielbericht an, Elaine.)
Zuletzt bearbeitet von plejadengirl am Sa 13. Jun. 2020 11:29, insgesamt 2-mal bearbeitet
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